Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Datum
Ort
Vortragssaal Reinhold-Frank-Str.81 / Vordergebäude

Werkvortrag. Beate Engl

Die Bildhauerin Beate Engl begreift den Raum und seine formalen, sozialen und politischen Bedingungen als ein System von Setzungen und Zuordnungen, das es zu hinterfragen und künstlerisch anzueignen gilt. Ihre Arbeiten sind meist ortsspezifisch und verwenden wiederholt die Elemente Bewegung, Licht und Audio. Ihr erweiterter Skulpturbegriff bezieht überdies die theoretische Recherche und kritische Reflexion sowohl historischer als auch eigener Texte mit ein. Am Dienstag, 29. April, um 19 Uhr gibt die Künstlerin in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe einen Einblick in ihr künstlerisches Werk.

 

So überträgt Beate Engl beispielsweise eine Rede Rosa Luxemburgs über die „weltpolitische Lage“ aus dem Jahr 1913 auf den heutigen globalisierten Kunstmarkt und die „Nachwehen und Folgen der globalen Ausbreitung des Kapitals“. Bis in den Weltraum als neuen Kunststandort verfolgt sie in „Space is a place“ diese Expansionsbestrebungen von Kunst und Kapital.

 

In einem anderen Werkkomplex breitet sich ein skulpturaler „Blob“ unaufhörlich aus, der als Masse durch Klimaanlagen und Museumssockel in die Ausstellungsräume eindringt. Künstlerische Fiktion und politische Kritik am aktuellen Kunstbetrieb vermischen sich in Engls Arbeiten auf spielerische und humorvolle Weise. Ihre kinetischen Installationen setzen sich aber auch mit gesellschaftspolitischen Themen wie der Vermischung von Politik und Religion oder der zunehmenden Kontroll- und Überwachungsgesellschaft auseinander. Sie bedient sich dabei der Bildsprache revolutionärer Symbolik und Propaganda, deren Analyse sich zum künstlerischen Statement steigert: „I’m as mad as hell and I’m not gonna take it anymore!“