Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Datum
Ort
Vortragssaal Reinhold-Frank-Str.81 / Vordergebäude

Vortrag mit Filmbeispielen von Michael Hiltbrunner, Zürich

Georges Méliès: Le magicien de l’écran – fantastisches Kino um 1900

Georges Méliès (1861–1938) realisierte in der Zeit von 1896 bis 1914 über 500 Filme. Der Filmhistoriker Michael Hiltbrunner, der an der Hochschule der Künste in Zürich arbeitet und an der Universität Zürich forscht, gibt am Dienstag, 23. Juni, 19 Uhr Einblicke in das Werk des Filmkünstlers. Die meisten Streifen drehte Méliès im eigenen Studio in Montreuil bei Paris. Er vertrieb sie über Star Film und spielte sie in seinem illusionistischen Theater Robert-Houdin am Pariser Boulevard. Aus finanziellen Gründen musste er 1912 das Filmen und das Theater aufgeben und 1923 das Grundstück mit dem Studio verkaufen. Danach lebten Méliès und seine zweite Frau Jeanne d’Alcy, Hauptdarstellerin in vielen seiner Filme, als Kioskverkäufer in Paris. Eine Filmaufführung führte ab 1929 zur Wiederentdeckung und Rehabilitierung von Méliès.

Berühmt ist Méliès für seine Vorgriffe auf den Science-Fiction-Film und seine Fortsetzung des Bühnenzaubers auf der Leinwand. Er gilt zudem als wichtiger Entwickler filmischer Erzählung. Für Méliès war die Erzählung ein Gerüst, welches es in zahlreiche Arabesken zu kleiden galt. Dies waren die Tricks des Erscheinen- und Verschwinden-Lassens, der Verdoppelung und Verwandlung, und des Erscheinens von Geistern. Sowohl wegen ihren technischen Tricks, aber auch wegen ihrer Erzählweise, ihrer Verortung als Bühnenfilme und nicht zuletzt als Einblick in den Pariser Boulevard um 1900 sind seine Filme einzigartig.

Die Einführung von Michael Hiltbrunner wird durch eine Auswahl von illusionistischen, komischen und erzählerischen Filmbeispielen aus der ganzen Schaffenszeit von Méliès verdeutlicht.