Sean Lynch
Datum
Ort
Vortragssaal Reinhold-Frank-Str.81 / Vordergebäude

Werkvortrag. Riemschneider-Kuratoren-Reihe: STARTING FROM NOTHING

Sean Lynch

Die in Zürich lebende irische Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Aoife Rosenmeyer wurde vom Kollegium der Professorinnen und Professoren der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe zur Verantwortlichen der Kuratoren-Reihe der Riemschneider-Stiftung 2016/17 benannt.

Starting from nothing“ ist die Folge von Künstler-Begegnungen überschrieben. Was ist das Material des Künstlers, wenn er ohne Material arbeitet? Aoife Rosenmeyer stellt insgesamt drei Künstler vor, die mit keinen oder nicht greifbaren Werkstoffen arbeiten und deren Werk nicht notwendigerweise als Performance beschrieben werden kann. Was sind es für Räume und Formen, mit denen sie sich auseinandersetzen? Welche Strategien wenden Sie an? Und warum ist diese Art künstlerischer Praxis heute wichtig?

Als weiterer Vertreter dieser künstlerischen Ausdrucksform kommt am Mittwoch 21. Juni, Sean Lynch in die Kunstakademie Karlsruhe. Seinen Werkvortrag hält er um 19 Uhr.

Eine Geschichte kann viele Male erzählt und tradiert werden; irgendwann beginnt sie, sich auf einen bestimmten Inhalt zu beschränken. Sean Lynch ist jedoch an Geschichten mit einem vagen Ausgang interessiert: An den Bemerkungen, die dazu neigen verloren zu gehen, und an der Möglichkeit, sie aufrecht zu erhalten. Die Skulpturen, Installationen, Videos und Schriften, die auf diese Weise von ihm geschaffen werden, sind nicht fassbar und von Natur aus unendlich. Sie schwanken zwischen dem Anekdotischen und Informativen. Die Arbeit von Lynch scheint aus ungleichen Gegenständen und Themen zu bestehen, wie etwa einer Steinmetzarbeit, einer Luxusauto-Produktion, irischen Volksritualen oder Fastfood-Läden. Seine Werke zielen darauf, neue Wege für solche Hinterlassenschaften zu finden, um als ein Teil eines sich immer weiter entwickelnden, nicht-hierarischen öffentlichen Bereiches Nachhall zu finden und weiter zu bestehen.

Die Riemschneider-Stiftung, die von Ingrid Riemschneider, der 2010 verstorbenen Witwe des kunstinteressierten Karlsruher Radiologen Harm-Helmut Riemschneider, 2006 eingerichtet wurde, lässt ihre Erträge u.a. der Kunst und der Förderung Kunstschaffender auch im Bereich Bildender Kunst zukommen.